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How to Play

  1. So geht’s 
  2. Poker strategie 

Pokertaktiken und Strategien

Wer meint, dass weniger mehr ist, hat wohl noch nie etwas von Pokertaktik gehört. Ein umfangreiches, vielseitiges und gut bestücktes Waffenarsenal ist beim Kampf an den Tischen ein absolutes Muss.

Wenn Sie auch nur den leisesten Verdacht haben, dass einer Ihrer Gegner herausgefunden hat, wie Sie ein Blatt spielen, müssen Sie in der Lage sein, den Takt schlagartig zu ändern. Sie brauchen nicht nur einen Plan B, sondern auch einen Plan C, D, E und F, um sich gegen Ihre Konkurrenten behaupten zu können.

Und wenn der Typ zu Ihrer Rechten Ihren Spielplan durchkreuzt, benötigen Sie eine ganze Reihe von Methoden, um ihn zu verunsichern und ihn schließlich aus dem Spiel zu drängen.

Richtig eingesetzt, senden diese fortgeschrittenen Taktiken die unmissverständliche Nachricht aus, dass Sie ein Spieler sind, der genau weiß, was er tut und unter keinen Umständen unterschätzt werden darf.

Unsere Themen sind:

Blocker bets

Wie Sie Blocker Bets einsetzen

Gehen Sie in Führung, greifen Sie an und machen Sie Ihre Gegner fertig, indem Sie sie durch unentwegtes Setzen in Grund und Boden spielen. Das ist doch die Gewinnstrategie für No-Limit Hold'em, nicht wahr?

Stimmt, nur dass es eben nicht immer so einfach ist! Manchmal haben Sie ein Blatt, das gerade einmal durchschnittlich ist. Sie glauben zwar, dass es das beste am Tisch ist, möchten aber keinen großen Einsatz riskieren. In dieser Situation ist Verteidigung oft der beste Angriff. Willkommen in der Welt der Blocker Bets.

Das Platzieren eines kleinen Einsatzes kann Ihren Gegner daran hindern, Sie zu einem größeren Einsatz zu zwingen, als Sie bereit sind zu bringen. Außerdem können Sie damit einem Gegner zusätzliche Chips entlocken, der ein schlechtes Blatt hat und keinen hohen Einsatz bringen würde.

Aber aufgepasst: Diese Einsätze können sich gegen starke, aggressive Gegner als absolut nutzlos erweisen. Gute Spieler erkennen einen kleinen Einsatz am River als ein Zeichen von Schwäche.

Im Allgemeinen ziehen Blocker Bets nur so lange, bis Sie gegen Spieler mit mittleren Limits spielen, die gewillt sind, hohe Risiken einzugehen. Im Allgemeinen sollten Ihre Blocker Bets niedriger sein als Ihre Value Bets (30% des Pots sollten ausreichen).

Wann Sie Blocker Bets verwenden sollten

  • In einer Heads-up-Situation, wenn Sie das ganze Blatt hindurch in Führung lagen und mit einem marginalen Blatt am River ankommen. Mit einer Blocker Bet verhindern Sie, zu einem großen Einsatz oder zum Passen gezwungen zu werden.
  • Wenn Sie einen annehmbaren Draw haben. Ein defensiver Einsatz hier kann Ihre Gegner verwirren und verhindert, dass Sie in einer Sackgasse enden.
  • Wenn Sie am Turn verhindern möchten, dass Ihr Gegner am River setzt. Dieser Einsatz ist sinnvoll mit einem Blatt, das den Showdown für sich entscheiden könnte, mit dem Sie aber keinen großen Pot spielen möchten.

Wann Sie Blocker Bets nicht verwenden sollten

  • Gegen einen Spieler, der schon zuvor Ihre Schwächen ausgenutzt hat, der sehr scharfsinnig zu sein scheint oder aggressiv spielt.
  • Wenn Sie denken, das beste Blatt zu haben, und Ihr Gegner bei einem schlechteren Blatt mitgeht.
  • Wenn Sie denken, dass Ihr Gegner einen geringen Einsatz bringt, mit dem Sie ohne weiteres mitgehen würden.

Wenn Sie die Blocker Bet eines anderen Spielers erkennen, haben Sie hervorragende Chancen, Geld zu machen. Die Spieler, die Sie am besten aus einem Blocker-Bet-Blatt bluffen können, sind mittelmäßige Spieler mit einem soliden No-Limit-Spiel. Diese machen nämlich nur selten kleine Einsätze (verglichen mit dem Pot). Wenn sie das doch tun, handelt es sich wahrscheinlich um eine Blocker Bet. Dann haben Sie die Chance, mit einem hohen Einsatz abzukassieren – egal welche Karten Sie haben. Diese Spielweise ist jedoch riskant, da am River ein hoher Einsatz nötig ist, um Ihren Gegner zum Passen zu zwingen.

Small ball poker

All-in zu gehen ist riskant und kann Sie aus dem Turnier befördern, wenn es die falsche Entscheidung ist. Manche Pros bevorzugen deshalb Pokerspiele mit kleinen Pots, auch Small Ball Poker genannt, um ihren Chip Stack ohne großes Risiko aufzubauen.

Wann Sie Small Ball spielen sollten

Wenn Sie Small Ball in frühen Turnierphasen spielen, können Sie kräftig abkassieren. In den Anfangsphasen eines Turniers treffen Sie auf so viele schlechte Spieler, dass es sich lohnt, so viele Pots wie möglich zu spielen. Doch es reicht nicht aus zu wissen, dass Ihr Gegner ein schlechter Spieler ist. Sie müssen wissen, um welche Art von schlechtem Spieler es sich handelt:
  • Der schwache, tighte Spieler. Wenn er den Flop verfehlt, können Sie mit einer Continuation Bet dazwischenfunken und sich den Pot schnappen. Solche Spieler legen nur die Chips in den Pot, wenn Sie auch die Ware haben. Das Risiko ist also nahezu null.
  • Die Calling Station. Dieser Spieler geht bei fast jedem Paar mit. Spielen Sie so viele Pots wie möglich und spielen Sie in Position auch schwächere Blätter. Aber bluffen Sie nicht und zwingen Sie ihm mit einer Value Bet zu dem entscheidenden Fehler.
  • Der Big-Pot-Typ. Dieser Spieler kann es einfach nicht lassen, Sie zu re-raisen. Limpen Sie bis nach dem Flop und bringen Sie sich in Position für einen Pot, der es nicht wert ist gestohlen zu werden, der es aber wert ist besessen zu werden. Diese Spieler kann man mühelos nach dem Flop austricksen, da sie keine Ahnung haben, was sie danach tun sollen.
Beachten Sie auch, dass in der mittleren bis späten Turnierphase manche Spieler short-stacked und verzweifelt sind. Wenn Sie auf die Bubble zugehen, sollten Sie eine gute Chance haben, Small Ball gegen den Spieler zu spielen, der es unbedingt auf die Preisgeldplätze schaffen möchte. Gegen andere Kontrahenten sollten Sie Ihre Spielweise entsprechend anpassen.

Wann Sie Small Ball nicht spielen sollten

Wenn Sie mit den ganz Großen am Tisch sitzen und Sie mit einem annehmbaren Blatt einsteigen möchten. Spielen Sie überzeugend, erhöhen Sie kräftig und zwingen Sie Ihre Gegner schon frühzeitig in den Pot einzuzahlen.

Squeeze Play

Was ist Squeeze Play?

Das "originelles Spiel"-Syndrom eilt wie ein Lauffeuer durch die Pokerszene. Spielern scheint mittlerweile mehr daran zu liegen, clever zu wirken und den restlichen Tisch auszutricksen, als Geld zu verdienen. Manchmal kann allerdings eine originelle Spieltaktik eine vernichtend gute Wirkung haben. Das Squeeze Play ist eines der besten Beispiele dafür.

Ziel dieser Taktik ist es, Spieler aus dem Pot zu drängen, nachdem sie schon Chips gezahlt haben. Raisen und re-raisen Sie dazu möglichst früh kräftig mit einem schwachen Blatt, um alle anderen zum Passen zu zwingen.

Wann Sie Squeeze Play verwenden sollten

  • Wenn sich das Risiko lohnt und Sie überzeugt sind, dass es funktioniert. Immerhin legen Sie mit einem schäbigen Blatt eine Menge Chips auf den Tisch.
  • Wenn Sie als tighter Spieler bekannt sind. Dieser Move funktioniert nicht, wenn Sie kein starkes Blatt vortäuschen können.
  • In der späten Phase eines Mehrtischturniers. Dies ist der beste Zeitpunkt für Squeeze Play, da das Risiko in Bargeldspielen und frühen Turnierphasen zu hoch ist.
  • Wenn Ihre Gegner weder Profis noch blutige Anfänger sind.
  • Wenn der erste Spieler mit vielen Blättern open-raist.

Wann Sie Squeeze Play nicht verwenden sollten

  • Wenn der eröffnende Spieler sehr tight spielt. Er hat wahrscheinlich ein starkes Blatt und wenn er mitgeht, haben Sie ein Problem.
  • Wenn Ihr zweiter Spieler re-raist. Auch er hat wahrscheinlich ein starkes Blatt.
  • Wenn Sie erst vor kurzem einen ähnlichen Spielzug gebracht haben, auch wenn Sie damals ein starkes Blatt hatten.
Ihre Erhöhung muss kräftig genug sein, um den zweiten Spieler davon abzuhalten mitzugehen. Richtig angewendet, ist Squeeze Play eine wirkungsvolle Technik, die Ihre Gegner völlig aus dem Konzept bringen kann. Es ist eine hervorragende Methode, um Ihr Spiel etwas looser zu gestalten, wenn Sie ein tightes Image haben. Setzen Sie es aber sorgsam ein, da sonst am Ende Sie ohne Chips dastehen, anstatt Ihre Gegner.

Das Durchmischen Ihres Spiels

Was sind "short-handed" Spiele?

Das aggressive short-handed Bargeldspiel ist die derzeit weitaus beliebteste Pokervariante im Internet.

Mit nur sechs Teilnehmern sind diese Spiele sehr actionreich, und auch Sie müssen actionreich spielen, um dabei Erfolg zu haben. Einfach herumsitzen und auf gute Blätter warten reicht nicht, wenn Sie hier eine Gewinnchance haben möchten, vor allem wenn Sie die niedrigeren Einsätze bereits hinter sich gelassen haben. Bei dieser Variante müssen Sie eine breite Palette von Blättern aggressiv spielen.

Wie viel Geld benötigen Sie dafür?

Wenn Sie Tische mit höheren Limits beobachten, werden Sie feststellen, dass hier Raises und Re-raises vor dem Flop an der Tagesordnung stehen. Oft wird das gesamte Geld am Flop oder danach in die Tischmitte geschoben – manchmal mit recht fragwürdigen Blättern.

Die Varianz in diesen Spielen kann enorm sein. Folglich sind auch die Anforderungen an Ihre Bankroll einigermaßen hoch.

Wenn Sie Poker mit mittleren bis hohen Einsätzen spielen möchten, sollte Ihre Bankroll 30 Buy-ins oder mehr betragen. Spielen Sie regelmäßig in 6-handed Partien mit Einsätzen von 5$/10$ oder mehr, so bewegt sich eine vernünftige Bankroll in der Größenordnung von 50 Buy-ins. Denn die aggressivsten Spieler gewinnen normalerweise das meiste Geld. Oft reicht schon ihr aggressives Image, um ihre Gegner zum Passen zu zwingen, obwohl sie selbst oft nur ein marginales Blatt haben. Und wenn sie tatsächlich einmal ein großes Blatt haben, können sie abkassieren. Auch in den größten Online-Spielen ist das eine bekannte Tatsache. Daraus entwickelt sich eine Schlacht der Aggressionen, in der jeder versucht, den anderen zum Aufgeben zu zwingen, um selbst die Kontrolle übernehmen zu können.

Anfangsblätter

Suited Connectors, Bildkarten und mittlere Paare sind zwar keine hervorragenden Blätter, Sie sollten mit ihnen aber gelegentlich loose-aggressive Eröffnungsspieler re-raisen – als Ausgleich für die Fälle, in denen Sie mit einem großen Blatt, wie Assen oder Königen, erhöhen. Mit diesen Blättern sollten Sie auch mitgehen, um Ihre Gegner über Ihr Blatt im Ungewissen zu lassen.

Open-limpen sollten Sie so gut wie nie, und zwar unabhängig von Ihrer Position. Ein Raise in der Höhe des drei- bis vierfachen Big Blinds – mit einem beliebigen Blatt, das Sie spielen möchten – verleiht Ihnen die nötige Dynamik, um sich den Pot zu holen, indem Sie am Flop c-betten, wenn Sie gecallt werden. Und wenn Sie nicht gecallt werden, gehören Ihnen die Blinds ohne Showdown.

Ebenso sollten Sie es sich nicht zur Gewohnheit machen, pre-flop passiv hinter einem anderen Limper hinterherzulimpen. Tut Ihr Gegner das gewohnheitsmäßig, sollten Sie in Position mit jedem spielbaren Blatt um etwa das Fünffache des Big Blinds erhöhen, um ihn zu isolieren. Werden Sie gecallt, so c-betten Sie am Flop.

Und wie geht’s weiter?

Wie gesagt, die meisten Pots werden vor dem Flop geraist oder gereraist. Es ist also bereits üblich, dass der letzte Raiser eine Continuation Bet einsetzt. Doch je höher die Limits sind, die Sie spielen, desto häufiger werden Sie auf Spieler stoßen, die auf diese Strategie mit jedem gemachten Blatt mit Floating (d. h. mit einem schwachen Blatt in Position mitgehen in der Hoffnung, sich den Pot später zu holen), Bluff-Raisen oder Smooth-Callen reagieren.

Um dem entgegenzuwirken, streuen Sie zwischen Ihre Continuation Bets Check-Raises und Check-Folds, um Ihre Gegner in die Irre zu führen. Sie sollten auch selbst öfter gegen Gegner floaten, die gezeigt haben, dass sie passen können, wenn es beim Turn aggressiv wird. Entscheidend ist hier – wie bei dieser Pokervariante im Allgemeinen - eher die Spieler als Ihre eigenen Karten zu spielen.

Bei single-raised Pots sind der Turn und der River interessante Straßen, da ein Spieler bei Stacks von 100 Big Blinds, der vor dem Flop erhöht und bei fast jeder Straße annähernd den Pot setzt, normalerweise beim River seinen gesamten Stack in die Mitte geschoben hat. Aus diesem Grund – und da Continuation Betting so weitverbreitet ist – müssen Sie auch relativ oft gegen hartnäckige Gegner am Turn mit Double-Barrel Bluffs vorgehen (vor allem wenn sich das Board ändert oder Sie Outs erhalten).

Am River sollten Sie All-in-Bluffs annähernd so häufig wie Value Bets bei einem großen Blatt ansetzen, was Ihren Gegner vor eine schwierige Entscheidung stellt. Wenn Sie diese grundlegende Strategie beherzigen und bei allen Streets in ausgewogenen Abständen aggressiv spielen, werden Sie ein gefürchteter Gegner sein.

Die Kontrolle über den Pot

Die Beträge, die bei Bargeldspielen über den Tisch wandern, bewirken, dass alle wie verrückt spielen und man selbst auch einen Gang zulegen muss. Es gibt aber zwei einfache Mittel, um das Risiko, dem man sich aussetzt, zu begrenzen.

Selbstkontrolle

Üben Sie Selbstkontrolle und schützen Sie Ihren Stack. Ist Ihr Blatt nicht besonders stark, dann checken und callen Sie eher, als zu raisen und zu setzen. Ein Raise in der Hoffnung Ihre Gegner aus dem Spiel zu drängen, ist nicht immer angebracht. Alle Spieler haben ein Auge auf ihr Geld. Darum passen sie, wenn das Risiko zu hoch wird, oder re-raisen, wenn sie sich siegessicher fühlen. Deshalb: Wenn Ihr Blatt annehmbar ist, steigen Sie in das Spiel ein und versuchen Sie Geld aus Ihren Kontrahenten zu holen, indem Sie deren Spielweise beobachten und sich darauf einstellen.

Meister der Tarnung

Ihr Blatt vor Ihren Gegnern zu repräsentieren, die in der Lage sind zu erahnen, was Sie haben und auch, was Sie denken, dass Ihre Gegner haben, erfordert meisterhafte Tarnung. Bis in eine späte Spielphase zu limpen, um dann zu raisen, verschleiert ein gutes Blatt und kann den restlichen Spielern Geld entlocken. Kleine Paare genauso zu spielen repräsentiert ein Set und kann so manchen vorschnellen Spieler austricksen. Ein Check-Raise am Turn verblüfft rational denkende Kontrahenten und zwingt zahlreiche bessere Blätter zu passen und Ihnen den Pot zu überlassen.

Suchen Sie nach Spielern, die ebenfalls den Pot kontrollieren möchten: Treiben Sie sie mit einem Re-Raise aus ihrer Komfortzone und zwingen Sie sie zu passen – um sich selbst den Pot zu schnappen.